Dialektik von Persönlichkeit und Umwelt

Einer der Fähigkeiten mit der meisten Hebelwirkung ist die Fähigkeit seine Umwelt so zu gestalten, dass diese wiederum positiv und in die gewollte Richtung auf uns wirkt.

Bei der körperlichen Fitness kann ich in meinem Wochenplan zweimal 90 Minuten Sport eintragen. Sofern ich mich davon leiten lasse ist der Wochenplan meine Umgebung, welche mich zu einem Verhalten leitet, welches ich mich entschieden habe. Wenn diese 2×90 Minuten zu einer Gewohnheit geworden sind, brauche ich auch nicht mehr darüber nachzudenken bis ich die Aufmerksamkeit wieder darauf richte, ob mein Wochenplan noch meinen Bedürfnissen entspricht.

Die Wahl der Menschen, welche mich umgeben, ist eine ähnliche Entscheidung. Was ist mir wichtig bei meinen Wahlverwandtschaften? Sollen sie schlau, ehrlich, kultiviert, reich, erfolgreich (mehr oder weniger als ich), kritisch, lustig, schön… sein. Die Wahl und die Pflege der Beziehungen schafft die Umwelt, welche mich wiederum prägt. Sie prägt mich durch Anrufe, Fürsorge, Kritik, Feste feiern, positiv Haltung, etc.

Auf der gesellschaftlichen Ebene sind unsere Einflussmöglichkeiten gering. Wir sind nur eine mehr oder weniger kleine Stimme der Gesellschaft.

Wir können durch unser Konsumverhalten Einfluss nehmen und wir können lieben und einfach jeden Tag jemanden etwas Gutes tun. In der Summe ist dies ein Rieseneffekt. Viele Entscheidungen, welche großen Einfluss auf unsere Umgebung haben, werden von der Politik getroffen. Hier können wir wählen.

Für das Seelenheil sieht sich die Politik jedoch nicht verantwortlich. Die Trennung von Staat und Kirche hat zur Neutralität des Staates geführt. Doch wie muss ein Staat gestaltet sein, wenn die Kirchen ihrer Aufgabe für das Seelenheil nicht mehr gerecht werden?

Damit beschäftigt sich das Buch Die beseelte Demokratie.
Auch die gesellschaftliche ethische Umwelt sollte von den Menschen gestaltet werden können. Wir sollten auch hier demokratisch artikulieren können, welche Welt uns umgeben soll. Schließlich wirkt auch diese – uns ständig prägend – auf uns ein.