Die NABU-App – Eine Begegnung mit dem Re-ligiösen

Auf einem Spaziergang hat mir am Wochenende ein kleiner schwarzer Vogel Spaß gemacht. Auf einem noch nicht fertig gestellten Parkplatz, inmitten von Fahrzeugen, nahm dieser in einer kleinen Pfütze ein Bad. Er schaute sich häufig um, schüttelte sich und war ansonsten herrlich irgnorant, ob der glänzenden großen Zivilisationsprodukte ringsum.

Wie hieß dieser Vogel? Ich wusste es nicht. Ich bin zwar nicht naturfern aufgewachsen, aber die Namen von Vögeln waren nie mein Interesse. Nicht so an diesem Tag! Flugs die Vogelbestimmungs-App des NaBu heruntergeladen und da war sie: die Amsel! Unter gut 200 einheimischen Vogelarten durch Größe, Gefieder und Schnabel gut erkennbar.

Auf den ersten Blick nicht gut erkennbar ist, welche Fähigkeit im Sinne der gg2 hier sichtbar wird. Was ist passiert? Ich habe etwas in meiner Umwelt wahrgenommen, was mich berührt hat. Ich wollte mehr wissen und vor allem dieser Sache einen Namen geben. Ich habe mich daran erinnert, dass die Vogelwelt mich als Teil der gesamten Umwelt auch ständig umgibt. Und ich hatte den Wunsch durch mehr Kenntnis hierüber, mir diesen Teil der Natur, diesen Teil der Umwelt ein bisschen mehr Heimat zu machen; letztlich ein Gefühl der Verbundenheit zu erreichen.

Die Fähigkeit, sich mit seiner Mitwelt, mit der menschlichen Gemeinschaft, mit der Natur oder dem Weltganzen zu verbinden, ist die Fähigkeit zur re-ligion. Der Ursprung des Wortes religio, heißt wörtlich: ‚die Rückbindung‘. Diese ist vielen ein Bedürfnis, weil der Mensch im Gegensatz zum Tier durch seinen Geist von diesem Ganzen getrennt ist. Dies ist nicht nur eine abstrakte Beurteilung, sondern vollzieht sich in dem Moment, wo die Symbiose zwischen Kind und Mutter zu Gunsten des eigenen Wachstums des Kindes aufgelöst wird.

Wie bei jedem Bedürfnis ist es Teil der Selbst-Verantwortung, auf dieses Bedürfnis zu antworten. Dies kann geschehen indem man sich einer Institution anvertraut, welche durch Rituale, Räume und Personen diese Rückbindung erleichtert und das Gefühl der Einheit wieder herstellt. Aus der Vielzahl von Dingen der Welt (Bäume, Sterne, Ethik, Naturgesetze…) treffen diese auch eine Auswahl.

Dies kann aber auch alleine oder selbst-organisiert geschehen, denn die Fähigkeit zur Re-ligion ist kein Eigentum der Religionen. Durch persönliche Meditation und Offenheit gegenüber dem Weltganzen, etwa.Oder auch durch eine App – das sich Aneignen und Zugehörigmachen zu seiner Umgebung.

Ah – das da hinten ist ein … Gimpel!

 

 

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