Klassenkampf von oben

Aus der Zeit-Online 13.12.2011:

“In Deutschland nimmt die Diskriminierung von Minderheiten zu. Eine Forschergruppe um den Bielefelder Sozialforscher Wilhelm Heitmeyer beschreibt eine zunehmende Spaltung einer durch andauernde Krisen verunsicherten Gesellschaft. Entsicherung, Richtungslosigkeit und Instabilität seien zur “neuen Normalität” geworden, heißt es in der Langzeitstudie Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. (…)

Verstärkt wird das soziale Auseinanderdriften nach seinen Erkenntnissen durch das Verhalten der Besserverdienenden, die sich nicht mehr an der im Grundgesetz festgeschriebenen Maxime “Eigentum verpflichtet” orientiere. Stattdessen beobachtet er bei ihnen eine “rohe Bürgerlichkeit”, die sich “bei der Beurteilung sozialer Gruppen an den Maßstäben der kapitalistischen Nützlichkeit, der Verwertbarkeit und Effizienz orientiert und somit die Gleichwertigkeit von Menschen sowie ihre psychische wie physische Integrität antastbar macht.”

Die Neutralität des Staates bringt es mit sich, dass wir als Gesellschaft nicht mehr Wertvorstellungen artikulieren und als eine uns umgebende und prägende Umgebung gestalten können. Die Neutralität des Staates verbietet, dass der Staat hier Richtungen vorgibt, welche das Verhalten der Besserverdienenden durch eine akzeptierte Ethik einfängt. Aus der angestrebten Neutralität wird so die normative Kraft des Marktes.

 

 

 

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